3. Mai 2015

[Blogtour] Interview mit der Autorin Angelika Lauriel

Die bisherigen Beiträge:
Susi vom Blog Magische Momente :Band 1 und 2 und eine kurze Vorstellung der anderen Bücher
Barbara vom Blog Mein Leben : Stammbaum der Familie "mit Sprung"
Manja von Manjas Buchregal : Protagonisten-Interview mit Sanne

Am heutigen Tag der Blogtour gibt es ein ein Interview mit Angelika Lauriel der Autorin von "Meine Schwiegermutter, das Chaos und die Liebe".


1. Sind bei deinem Buch "Meine Schwiegermutter, das Chaos und die Liebe" Situationen aus dem richtigen Leben mit eingeflossen?

Der Roman ist nicht autobiografisch, die Geschichte ist komplett ausgedacht. Zum Glück sind meine eigenen Eltern und Schwiegereltern nicht so „krass“ wie die von Sanne. Trotzdem habe ich viele witzige Details beigemengt, die ich selbst erlebt habe, oder die mir erzählt worden sind. Ich finde es besonders schön, wenn meine LeserInnen mir sagen, dass sie die eine oder andere Szene auch schon mal erlebt haben, oder dass dieser oder jene Zug an einem Menschen total lebensecht ist. 
In Band 1 ist die Anekdote mit dem „Pipi in den Schuh machen“ dem echten Leben entnommen. Meine eigene Mutter hat als kleines Mädchen mal in einer Nacht, als keine Toilette in der Nähe war (damals waren die Toiletten oft noch kleine Holzhäuschen mit Herzchen in der Tür, und man musste in den Garten gehen, um sie aufzusuchen …), in ihre eigenen Schuhe gepieselt. Die Story, dass die Soldaten das im ersten und zweiten Weltkrieg machten, um die Stiefel einzulaufen, war ihr damals halt auch schon erzählt worden. 
Ein anderes Beispiel: Meine Oma wollte immer nur „Wein bis ans Muster“.
Und in Band 2 sind ein paar der „Kindermund“-Sprüche von meinen eigenen Jungs, aber ein paar auch von Freundinnen.
Ach ja, und die Situation, dass das Fenster des Autos nicht mehr zugeht, habe ich tatsächlich mit unserem Van sogar zweimal erlebt. Einmal in Paris auf dem Parkplatz des „Euro Disney World“, und einmal in Stuttgart, als unsere Familie am nächsten Tag nach Portugal in den Urlaub fliegen wollte. Zum Glück gibt es die gelben Engel, sonst hätte unser Auto während unseres Urlaubs mit offenem Fenster auf dem Dauerparkplatz stehen müssen. Tja, und die klugscheißerischen Bemerkungen aus dem Autohaus musste ich mir auch schon anhören. Worauf ich den Mitarbeiter ordentlich „geputzt“ habe. Danach war er viel freundlicher als vorher. ☺

2. Wie entstand die Idee zu "Schüssel mit Sprung" und "Meine Schwiegermutter, das Chaos und die Liebe"?

Die Idee zu „Schüssel mit Sprung“ entstand, indem ich mir die Frage stellte: Was geschieht, wenn drei Generationen für einen längeren Zeitraum eng zusammen wohnen müssen? Wenn noch dazu die einzelnen Personen ihren ganz eigenen Kopf haben? Ich wollte eine lustige Geschichte über eine „ganz normale“ Familie schreiben. Die einzelnen Details kamen dann von allein, als ich mir die Charaktere ausdachte, so mit allen Macken und Kanten. Und während des Schreibens merkte ich, dass sich unter den Leutchen erst Verständnis und dann eine tiefere Form der Zuneigung entwickelte. Beide Romane haben mir beim Schreiben riesigen Spaß bereitet.
Band 2 ergab sich mehr oder weniger von allein, und da hatte ich das Bedürfnis, ein schwierigeres Thema mit hineinzunehmen. Nun wäre es auch ein Leichtes, einen dritten Band zu schreiben, um zu erzählen, wie es mit den Kindern weitergeht, was aus den Umzugsplänen wird, und wie die Senioren sich weiter entwickeln. Im Moment ist Band 3 aber noch nicht geplant.


3. Welchen Charakter aus den beiden Büchern magst du besonders gern und welchen magst du eher nicht?

Es gibt keinen, den ich nicht mag. Es ist ja keiner dabei, der böse ist oder so. Im echten Leben würde mich der Deutschlehrer a.D. vermutlich an den Rand des Nervenzusammenbruchs bringen, und Mütter oder Schwiegermütter, die sich so massiv in das Leben einmischen, würde ich wohl nur sehr schlecht ertragen. Aber zum Glück ist das bei mir nicht so. Ansonsten habe ich all meine Figuren mit viel Liebe entworfen, und bei all ihren Schrullen sind sie deshalb auch sehr liebenswert geworden. Finde ich jedenfalls.
Axel leistet sich natürlich schon den einen oder anderen „Hammer“, wenn er Sanne immer erst in letzter Sekunde in wichtige Dinge einweiht oder über ihren Kopf hinweg entscheidet. Sowas würde ich im echten Leben auch nicht dulden.
Am meisten ans Herz gewachsen sind meinen LeserInnen die beiden Kiddies, und ich glaube, die liebe ich auch am meisten. Besonders Keanu, der so sehr darum kämpft, seinen eigenen Weg zu finden.


4. Wie lange hast du an "Meine Schwiegermutter, das Chaos und die Liebe" geschrieben?

Das ist im Nachhinein schwer zu sagen. Wie lange ich brauche, hängt immer davon ab, wie viel freie Schreibzeit ich am Stück habe. Man kann als „Hausnummer“ sagen, dass ich für 100 fertige Seiten (veröffentlichungsreif) etwa einen Monat brauche. Diese Zeit verlängert sich aber enorm, wenn es lange Phasen gibt, in denen ich all die anderen Dinge erledigen muss, die nun mal mit dem Schreiben und Veröffentlicht-Werden zusammenhängen. Für „Meine Schwiegermutter, das Chaos und die Liebe“ kann man dementsprechend ca. drei Monate rechnen.

5. Wann hast du mit dem Schreiben angefangen?

Im Jahr 2006 hatte ich immer wieder zwei Szenen vor Augen, träumte sie fast täglich. Ich wurde sie erst los, nachdem ich mich an den PC setzte und diese beiden Szenen aufschrieb. Damals entwickelte sich aus diesen Szenen (die auch aus zwei Perspektiven wahrgenommen waren) mein erster Roman, ein Fantasyroman für Jugendliche. Er ist unveröffentlicht. Es gab dann gleich einen zweiten Band dazu, und erst danach begann ich, gezielt das Schreibhandwerk zu studieren und Struktur in mein Schreiben zu bringen. Meine erste Veröffentlichung war dann 2010 – ein deutsch-französischer Kinderkrimi bei Langenscheidt.

6. Was magst du am Beruf der Autorin am liebsten und was magst du gar nicht?

Das Schreiben losgelöst vom Alltag mag ich am liebsten, außerdem liebe ich Autorenlesungen. 
Was ich (fast) gar nicht mag, ist das Werben. Es frisst viel zu viel Zeit weg, und außerdem bin ich keine Werbefachfrau und nie sicher, ob meine Aktionen überhaupt werbewirksam sind. Ich fühle mich oft wie eine einzelne Glocke im Wind, die immer wieder läutet und läutet, der aber die Unterstützung all der anderen Glocken fehlt. 

7. Wie ist dein Arbeitsplatz eingerichtet?

Ich habe ein eigenes Büro in unserem Haus. Die Wände sind voller Bücherregale, mein PC steht vor dem Fenster, der Drucker gleich neben dem Schreibtisch. Leider ist mein Schreibtisch so gut wie nie aufgeräumt, was mich aber nicht am Schreiben hindert. Aber deshalb gebe ich kein Foto heraus ;)
In diesem Raum habe ich jedenfalls die nötige Ruhe, um zu schreiben, und im Notfall kann ich auch die Tür abschließen. Ich schreibe fast nur hier, am großen PC mit eigener Tastatur. Bei Bedarf ziehe ich mir die aktuellen Dateien auf einen Stick und kann auch an meinem Ultrabook überall arbeiten. Das ist schon praktisch.
Meine dauerhafte Begleiterin ist unsere Französische Bulldogge Banou. Sie liegt in ihrem Körbchen neben dem Schreibtisch und schläft meistens stundenlang. Ein sehr friedlicher und gemütlicher Hund. ☺

8. Wie sieht dein Autorenalltag aus?

Meistens bin ich gegen 8:00 Uhr am Schreibtisch, manchmal etwas früher oder später. Vor Arbeitsbeginn muss die Familie frühstücken und alle Männer (Mann und drei Jungs) verlassen gegen sieben Uhr das Haus. Danach mache ich mich selbst erst fertig.
Dann habe ich quasi von 8:00 Uhr bis ca. 14:00 Uhr Schreibzeit, die allerdings oft für das Drumherum draufgeht … Je nach Situation schreibe ich auch am Nachmittag weiter. Das warme Essen für die Familie findet um 18:00 Uhr statt, da alle Jungs zu unterschiedlichen Zeiten nachmittags nach Hause kommen. Sehr viel meiner eigentlichen Schreibzeit geht für Marketing und Social Media drauf. Heutzutage geht nichts mehr ohne Facebook und Twitter, Homepage und Foren. Das macht einerseits sehr viel Spaß und bringt eine Vernetzung, wie sie früher, ohne Internet, kaum möglich war. Andererseits frisst es Zeit ohne Ende. Schwierig, da die Balance zu finden. 

9. Wie bereitest du dich auf Lesungen vor?

Für Premierenfeiern mache ich ein richtiges Programm mit Leseeinheiten und Musikeinheiten. Immer suche ich passende Passagen in meinen Büchern heraus – solche, in denen man die Charaktere kennenlernt. Dann wieder welche, die thematisch an die vorangegangenen anschließen. Je nachdem, wie viel Zeit ich habe, entscheide ich mich für eine einzige Szene oder ein einzelnes Kapitel, oder aber ich springe durch das ganze Buch und lese Teile vor, die inhaltlich aufeinander aufbauen, wobei dazwischen vieles weggelassen wird. 
Ich streiche alles so lange zusammen, bis es maximale Leseeinheiten von 20 Minuten sind, und davon gibt es (von den Musikpausen oder Fragerunden unterbrochen) drei Stück. Meistens sind die Einheiten einen Ticken kürzer, und die Dritte hat in der Regel nur 15 Minuten.
Ich markiere mir die Stellen im Buch mit diesen kleinen selbstklebenden Zettelchen, streiche kreuz und quer und schreibe mir mit Bleistift Stichwörter ins Buch, um zu erzählen, was zwischendurch passiert ist. Meistens habe ich zusätzlich eine handschriftliche oder getippte Version des Programms.
Wenn ich Musiker mit eingeplant habe, bekommen sie einen Ablaufplan, damit sie wissen, mit welchen Stücken sie wann an der Reihe sind. 
Sprechübungen, Stimmübungen und solche Sachen mache ich nicht, das vergesse ich immer. ☺

10. Hast du Tipps für angehende Autoren/innen?

Nach Autorenforen im Internet suchen und sich dort anmelden oder in den öffentlichen Bereichen mitlesen (sehr gut: Autorenforum Montsegur). Dort gibt es unzählige, wertvolle Tipps für angehende AutorInnen. 
Immer den eigenen Text TestleserInnen geben – und zwar solchen, die echte Kritik üben. Nicht gleich mit dem ersten Werk auf Verlagssuche gehen, lieber erst mal abhängen lassen. Kritik, auch wenn sie am Anfang wehtut, immer hinterfragen und dann umwandeln.
Ein paar gute Bücher über das Schreiben lesen. Homepages von Autoren besuchen, die gute Ratschläge geben. Etwa Andreas Eschbach oder Petra Schier (dort gibt es eine tolle Liste von Literaturagenten).

11. Welche Projekte hast du in Zukunft geplant? 

Aktuell arbeite ich an zwei Liebesromanprojekten. Die nächste Veröffentlichung wird ein Anthologiebeitrag in einer Fantastik-Anthologie sein, alles Weitere bleibt vorerst geheim. 



Danke an Angelika Lauriel für das Beantworten der Fragen. 
Besucht doch auch mal ihre Homepage: www.angelikalauriel.de


Und nun noch die nächste Gewinnspielfrage:
In welchem Bundesland lebt Angelika Lauriel?
1. Preis: Ein Print von "Meine Schwiegermutter, das Chaos und die Liebe"
2. und 3. Preis: Ein e-Book nach Wahl, entweder "Schüssel mit Sprung" oder "Meine Schwiegermutter das Chaos und die Liebe"
Alle Gewinner bekommen zusätzlich einen Schlüsselanhänger

Um das Print oder eines der e-Books zu gewinnen, müsst ihr auf allen teilnehmenden Blogs die gestellte Frage beantworten.
Das Gewinnspiel geht bis zum 06.05.2015 um 18 Uhr. Die Auslosung findet am nächsten Tag statt.

Teilnahmbedingungen:

  • Teilnahme ab 18 Jahren
  • Keine Barauszahlung des Gewinns
  • Kein Ersatz beim Verlust auf dem Postweg
  • Der Rechtsweg ist ausgeschlossen
  • Persönliche Daten werden nur für das Gewinnspiel verwendet
  • Gewinn nur möglich mit Postanschrift in Deutschland
  • Gewinner werden per Mal benachrichtigt

Ich wünsche allen Teilnehmern viel Glück!

Den nächsten Beitrag findet ihr dann bei Susanne von http://blog2.eventsandmorepressemagazin.de



Kommentare:

  1. hallo :o)
    Angelika Lauriel kommt aus dem saarland.
    ein wirklich schönes interview habt ihr da gemacht. hat spaß gemacht zu lesen.

    lg anja

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  2. Hallo und guten Tag,

    Danke erst einmal für diesen interessanten Ein-und Ausblick in die Lebens-und Arbeitswelt der Autorin.Angelika Lauriel.

    Sie kommt aus dem Saarland.

    LG..Karin..

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  3. Hi,

    Angelika Lauriel kommt aus dem Saarland.

    Liebe Grüße

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  4. Angelika Lauriel kommt aus dem Saarland.

    Ich wünsche einen schönen Sonntag.

    Liebe Grüße,
    Daniela

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  5. Hallo,

    sie kommt aus dem Saarland.

    Lg Bonnie

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  6. Hallo,

    ein sehr schönes Interview.
    Die Autorin kommt aus dem Saarland.

    LG
    SaBine
    (kupfer-sabine@t-online.de)

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  7. Da würde ich doch glatt mal auf das Saarland tippen - und mich darauf festlegen.

    LG,
    Heidi, die Cappuccino-Mama
    Cappuccino-Mama@onlinehome.de

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  8. Liebe Anja,
    bitte schreib mir doch noch deine E-Mail-Adresse.
    LG
    Ani

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